Prävent wird Teil der TÜV Rheinland Familie

Gespräche am Küchentisch haben ihren ganz eigenen Charme. Sie zeugen von Vertrauen, von Wärme und Offenheit, von familiärer Atmosphäre – und manchmal sogar von Freundschaft. Genau das ist es, worum es im Gespräch zwischen der alten und der neuen Geschäftsführung der Prävent GmbH geht.

Vier Stühle im Halbkreis, leises Lachen, eine Kamera klickt. In der „Küche“ der Prävent GmbH, einem hellen, zentral gelegenen Raum mit breiter Glasfront im ersten Stock am Helenenbergweg 11, duftet es nach frischem Kaffee. Kein offizielles Pressegespräch. Kein medienwirksames Statement. Sondern ein offenes, ehrliches Gespräch. Am Tisch: Dr. med. Eiad J. Awwad und Dr. med. Andreas Brune – Gründer, Lenker, Gesichter der Prävent GmbH seit vielen Jahren. Neben ihnen Henrik Fibbe, vertrautes Gesicht und treuer Begleiter der Geschäftsführung seit 2018, nun der Mann an der operativen Spitze. Und Eckhard Horn, Vertreter des TÜV Rheinland, der seit September 2025 als Gesellschafter mit an Bord ist.

Der neue Partner am Tisch

Eckhard Horn ist kein Unbekannter in der Welt der Arbeitsmedizin und des betrieblichen Gesundheitsschutzes. Beim TÜV Rheinland begleitet er strategische Beteiligungen – und die Prävent GmbH war für ihn und sein Unternehmen keine zufällige Wahl. „Wir wollten nicht irgendeinen Standort im Ruhrgebiet“, sagt Horn. „Wir wollten einen, der funktioniert. Einen, der regional verwurzelt ist, seine Kunden kennt, nah dran ist – und dabei fachlich hervorragend aufgestellt.“

Warum ausgerechnet der TÜV Rheinland?

Der TÜV Rheinland, weltweit bekannt für technische Prüfungen, Zertifizierungen und Sicherheitsmanagement, wollte sein Portfolio im Bereich der Arbeitsmedizin und betrieblichen Gesundheitsvorsorge gezielt ausbauen – und das an einem der wirtschaftlich stärksten Standorte Deutschlands: dem Ruhrgebiet. Mit Prävent gewinnt der TÜV nicht nur Zugang zu einer neuen Region, sondern auch zu einem Kundenstamm, der seit Jahren auf Vertrauen, Flexibilität und direkte Kommunikation baut.

„Was uns besonders beeindruckt hat“, sagt Horn, „war die Agilität, mit der Prävent arbeitet. Hier wird nicht lange gefackelt – hier wird gemacht. Kunden bekommen schnell Termine, es wird auf individuelle Bedürfnisse eingegangen, und die Qualität stimmt. Das passt perfekt zu dem, was wir beim TÜV wollen: Sicherheit, ja – aber eben auch Menschlichkeit.“

Von Dampfkesseln zu Arbeitsmedizin

Dass es ausgerechnet der TÜV Rheinland ist, zu dessen Familie jetzt auch die Prävent GmbH gehört, wirkt zunächst wie ein großer Schritt. Doch bei näherem Hinsehen ergibt sich eine schöne Verbindung – nicht nur fachlich, sondern auch historisch.

Wenn man sich heute die gläserne „Küche“ der Prävent GmbH anschaut, modern, hell und mit Blick ins Grüne, fällt es schwer, sich vorzustellen, wie es hier noch vor gut 150 Jahren zuging. Lärmende Maschinen, rußgeschwärzte Fassaden, Dampf, Stahl, Schweiß. Die Industrialisierung veränderte das Ruhrgebiet von Grund auf – und brachte Wohlstand, aber auch Gefahren mit sich. In einer Zeit, in der Dampfkraft der Motor des Fortschritts war, wurde der Umgang mit ihr zum Risiko. Kessel explodierten, Arbeiter wurden verletzt oder getötet. Und je schneller der technische Fortschritt voranschritt, desto größer wurde der Wunsch nach Kontrolle, nach Sicherheit, nach Standards.

1872 gründeten daher Kölner Unternehmer gemeinsam mit Ingenieuren, Politikern und Fachleuten den „Dampfkessel-Überwachungsverein für den Regierungsbezirk Köln“ – ein Verein, der es sich zur Aufgabe machte, gewerblich genutzte Dampfkessel regelmäßig zu prüfen und dadurch Menschenleben zu schützen. Es war eine freiwillige Selbstkontrolle, getragen von der Industrie selbst – und zugleich eine Pionierleistung für technische Sicherheit in Deutschland.

Vom regionalen Verein zum Global Player

Was damals begann, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem der wichtigsten technischen Prüfunternehmen der Welt: TÜV Rheinland. Anders als oft vermutet, war er nie Teil eines „großen“ TÜV, der später aufgespalten wurde. Vielmehr entstand er parallel zu anderen regionalen Überwachungsvereinen – etwa in Mannheim, München oder Hannover –, die alle unabhängig voneinander gegründet wurden und sich bis heute zu eigenständigen TÜV-Gesellschaften entwickelt haben.

Die Aufgaben des TÜV Rheinland wuchsen dabei stetig mit der Technik. Nach den Dampfkesseln kamen Aufzüge, Druckbehälter, Fahrzeuge, elektrische Anlagen, später Umweltschutz, Produktsicherheit, Arbeitsmedizin, Managementsysteme und Digitalisierung hinzu. Wo immer Technik eingesetzt wird, wo immer Menschen arbeiten, leben, produzieren oder forschen, ist Sicherheit ein zentrales Thema – und TÜV Rheinland heute ein globaler Akteur, der in mehr als 60 Ländern vertreten ist.

Die Wurzeln sind geblieben

Doch die Wurzeln sind geblieben. Und sie reichen tief, auch ins Ruhrgebiet. Wer am Dortmunder Phoenixsee spazieren geht, sieht dort noch einen der mächtigen alten Kessel aus der Zeit der Stahlproduktion: rostfarben, monumental, fast poetisch. Er steht als Denkmal für eine Ära, in der technische Höchstleistung noch Hand in Hand ging mit echter Gefahr. In dieser Welt wurden die ersten Sicherheitsstandards geboren. Heute ist aus ihnen eine hochdifferenzierte Prüfinfrastruktur geworden, die nicht mehr nur Dampf bändigt, sondern auch Daten, Prozesse, Systeme und Organisationen.

Dass ausgerechnet die Prävent GmbH heute Teil dieser Familie wird – als Unternehmen mit medizinischem und sicherheitstechnischem Fokus – ist kein Zufall. Es ist ein Echo dieser Geschichte. Denn genauso wie damals technischer Fortschritt klare Regeln brauchte, braucht auch die moderne Arbeitswelt heute Partner, die mitdenken, prüfen, beraten – und dabei nicht lähmen, sondern bewegen.

Was Prävent ausmacht – und so bleibt

Die Unternehmen, die bereits mit der Prävent GmbH zusammenarbeiten, wissen, was sie bekommen: Verlässlichkeit, persönliche Betreuung und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Die Kunden sind so vielfältig wie die Anforderungen, die sie mitbringen. Manche betreiben Labore oder Forschungseinrichtungen, andere führen kleinere Betriebe mit wenigen Mitarbeitenden – Handwerksunternehmen, Pflegedienste oder Transportunternehmen.

Persönlich, präsent, pragmatisch

In all diesen Fällen ist Prävent zur Stelle – nicht nur mit dem, was gesetzlich gefordert ist, sondern mit dem, was im Alltag gebraucht wird. Wenn ein Taxiunternehmen regelmäßig die verkehrsmedizinischen Untersuchungen seiner Fahrer und Fahrerinnen organisieren muss, dann geht es nicht nur um Formulare, sondern um zuverlässige Terminierung, zügige Rückmeldung, unkomplizierte Abläufe. Wenn eine Einrichtung etwa Fragen zur Gefährdung von Schwangeren im Labor hat, berät Prävent nicht theoretisch – sondern lösungsorientiert. Auch bei psychischen Belastungen, Ergonomiefragen, Impfaktionen oder Wiedereingliederungen ist Prävent präsent – nicht nur telefonisch, sondern persönlich, schnell und flexibel.

Was Kunden wirklich schätzen

Eine Sprecherin eines großen Dortmunder Biotech-Unternehmens bringt es auf den Punkt: „Wir haben vorher mit einem bundesweit tätigen Unternehmen in der Betrieblichen Gesundheitsmedizin zusammengearbeitet. Die Erfahrungen, die wir mit diesem Anbieter gemacht haben, waren wirklich enttäuschend. Sehr unflexibel, eine Riesenbehörde. Wir haben teilweise monatelang auf Termine gewartet. Manchmal haben Leute bei uns angefangen zu arbeiten, bevor wir einen Termin für die Einstellungsuntersuchung bekommen haben.“

Bei Prävent sei das anders: „Man kennt die Ansprechpartner. Die sind flexibel. Wir kriegen innerhalb kürzester Zeit Termine. Wenn wir eine Grippeschutzimpfung im Unternehmen anbieten wollen, kommt Prävent – auch wenn es nur 20 oder 25 Mitarbeitende sind. Beim letzten Anbieter hieß es: ab 40 Mitarbeitern. Wir haben kurze Wege, können flexibel agieren. Das ist so erfrischend. Und unsere Angestellten wissen den Service sehr zu schätzen.“

Diese Nähe, dieses Verständnis für unterschiedliche Unternehmensrealitäten – das ist es, was Prävent über Jahre stark gemacht hat.

„Die Zusammenarbeit mit Prävent ist für uns unersetzlich.“

Und genau war die Biotech-Firma skeptisch, als sie von der Beteiligung des TÜV Rheinland erfuhr. „Der TÜV – das ist ja auch so ein Riesenverein. Die machen ganz viel. Wir haben intern Sorge, dass sich das jetzt in eine negative Richtung entwickelt. Weil die Zusammenarbeit mit Prävent bisher einfach super war.“

Die Bedenken sind nachvollziehbar – und das Biotech-Unternehmen steht damit nicht allein. Viele Kunden fragen sich: Was passiert, wenn ein großer Konzern übernimmt? Werden die Strukturen starrer? Verschwinden die persönlichen Ansprechpartner? Werden kleine Leistungen irgendwann gestrichen, weil sie sich „nicht lohnen“?

„Wir nehmen diese Bedenken sehr ernst“, sagt Henrik Fibbe. „Weil wir sie verstehen. Und weil sie uns selbst nicht fremd sind. Aber genau darum haben wir diesen Schritt nur unter der Bedingung gemacht, dass Prävent bleibt, wie es ist – mit all seiner Flexibilität, Kundenorientierung und Entscheidungsfreiheit.“

Autark agieren – mit starkem Rückgrat

Die Prävent GmbH bleibt operativ eigenständig. Die Ansprechpartner bleiben. Die Betriebsärzte bleiben. Die Prozesse bleiben. „Wir können weiterhin selbst Angebote machen, selbst Entscheidungen treffen, selbst flexibel auf Kunden eingehen“, betont Fibbe. „Es gibt keine Hotline, kein Callcenter, keine Freigabeschleifen über Köln. Was sich ändert, ist nur eins: Wir haben jetzt im Hintergrund Zugang zu einem größeren Netzwerk – wenn wir es brauchen.“

Eckhard Horn ergänzt: „Wir glauben daran, dass persönliche Betreuung nicht im Widerspruch zu moderner Organisation stehen muss. Im Gegenteil – sie braucht manchmal ein starkes Fundament, um sich weiter entfalten zu können.“

Neue Möglichkeiten für die Kunden

Wer in Dortmund ein Unternehmen führt – sei es ein Labor, ein Pflegedienst, ein Handwerksbetrieb oder ein mittelständischer Industriezulieferer –, der weiß: Der Alltag ist oft komplexer, als es die Theorie vermuten lässt. Es gibt Fragen, für die man nicht immer eine Antwort auf Knopfdruck parat hat. Zum Beispiel dann, wenn es um seltene Gefahrstoffe geht, bei denen besondere Vorschriften gelten. Oder wenn eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen nicht nur Pflichtaufgabe, sondern auch ein ernstgemeinter Beitrag zur Mitarbeitergesundheit sein soll.

Genau hier öffnen sich mit dem TÜV Rheinland im Rücken neue Türen. Denn als Teil eines weltweit vernetzten Prüf- und Beratungsunternehmens kann die Prävent GmbH auf ein erweitertes Portfolio zurückgreifen – ohne sich dabei selbst zu verändern.

Dazu gehören:

  • Gefahrstoffberatung auf Spezialniveau – z. B. bei seltenen oder besonders regulierten Substanzen
  • Digitale Tools für psychische Gefährdungsbeurteilungen, mit wissenschaftlich fundierter Auswertung und konkreten Handlungsempfehlungen
  • Zertifizierungs-Know-how, etwa bei ISO 9001 oder ISO 45001 – für Unternehmen, die ihre Prozesse systematisch weiterentwickeln wollen
  • Online-Schulungen & Weiterbildung – von Brandschutz bis Datenschutz
  • Digitalisierung & Dokumentation, z. B. durch TÜV-zertifizierte Softwarelösungen
  • Skalierbarkeit für überregionale oder internationale Standorte – einheitliche Standards, regionale Umsetzung

„Wir drängen niemandem etwas auf“, betont Fibbe. „Aber wenn jemand mehr braucht – dann können wir das jetzt liefern. Ohne die Qualität, die Nähe oder die Geschwindigkeit zu verlieren.“

Hand in Hand

Die Sprecherin des Biotech-Unternehmens sieht das inzwischen positiv: „Wenn bei der Gefährdungsbeurteilung psychische Risikofaktoren rauskommen und Prävent dann sagen kann: ‚Hier hat der TÜV schon fertige Tools oder Schulungen, die wir nutzen können‘ – dann ist das natürlich hilfreich. Solange ich nicht das Gefühl habe, dass mir jetzt irgendwas verkauft werden soll, was ich gar nicht brauche.“

Und genau darum geht es: Prävent bleibt der Partner, der zuhört, der versteht, der passgenaue Lösungen anbietet. Nur mit mehr Möglichkeiten im Rücken.

Warum ausgerechnet Prävent?

Es war nicht Prävent, das sich auf die Suche nach einem Gesellschafter gemacht hat. Im Gegenteil: Es war der TÜV, der sich meldete – mit einem klaren Interesse.

Mit Prävent gewinnt der TÜV Rheinland Zugang zu einer neuen Region, zu einem loyalen Kundenstamm und zu einem Unternehmen, das genau das verkörpert, was in der Arbeitsmedizin oft verloren geht: Agilität, Kundennähe und echte Flexibilität. Kein Callcenter, keine starren Strukturen – sondern echte Ansprechpartner, kurze Wege und passgenaue Lösungen für Handwerksbetriebe, Pflegeeinrichtungen, mittelständische Firmen und überregional tätige Unternehmen.

„Was uns besonders beeindruckt hat, war die Agilität, mit der Prävent arbeitet“, sagt Horn. „Hier wird nicht lange gefackelt – hier wird gemacht.“

Ein Gewinn in beide Richtungen

Darüber hinaus profitiert der TÜV Rheinland von der medizinischen und arbeitspsychologischen Kompetenz, die Prävent in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Gerade bei Themen wie psychischer Gefährdungsbeurteilung, Wiedereingliederung oder der Kombination aus arbeitsmedizinischer Beratung und unternehmenspraktischer Erfahrung ist Prävent ein wertvoller Knowhow-Träger – der künftig vielleicht auch anderen Standorten im TÜV-Netzwerk als Impulsgeber dienen kann.

Und nicht zuletzt lernt auch ein großer Konzern von einer kleineren, beweglicheren Einheit: Wie man Nähe herstellt. Wie man pragmatisch handelt. Und wie man Kundenbeziehungen nicht nur verwaltet, sondern gestaltet.

Ein Übergang, kein Abschied

Die Entscheidung, den TÜV Rheinland als Gesellschafter ins Boot zu holen, war für Dr. Awwad und Dr. Brune keine Frage des schnellen Wachstums, sondern eine Frage der langfristigen Verantwortung. Für das Unternehmen. Für die Mitarbeitenden. Und für die vielen Kunden, die Prävent über Jahre hinweg treu geblieben sind.

„Wir haben nicht verkauft, um uns zur Ruhe zu setzen“, stellt Dr. Brune klar. Beide Gründer ziehen sich aus der Geschäftsführung zurück – aber nicht aus dem Unternehmen. Sie bleiben als Betriebsärzte weiterhin Teil von Prävent, stehen den Kunden zur Verfügung und bringen ihre Erfahrung weiter ein. Die Geschäftsführung übernimmt Henrik Fibbe, der das Unternehmen mit der gleichen Philosophie weiterführen wird: persönlich, flexibel, nah dran.

Warum ausgerechnet Prävent?

Es war nicht Prävent, das sich auf die Suche nach einem Gesellschafter gemacht hat. Im Gegenteil: Es war der TÜV, der sich meldete – mit einem klaren Interesse.

Mit Prävent gewinnt der TÜV Rheinland Zugang zu einer neuen Region, zu einem loyalen Kundenstamm und zu einem Unternehmen, das genau das verkörpert, was in der Arbeitsmedizin oft verloren geht: Agilität, Kundennähe und echte Flexibilität. Kein Callcenter, keine starren Strukturen – sondern echte Ansprechpartner, kurze Wege und passgenaue Lösungen für Handwerksbetriebe, Pflegeeinrichtungen, mittelständische Firmen und überregional tätige Unternehmen.

„Was uns besonders beeindruckt hat, war die Agilität, mit der Prävent arbeitet“, sagt Horn. „Hier wird nicht lange gefackelt – hier wird gemacht.“

Was bleibt, was kommt

Das Gespräch neigt sich dem Ende. Die Kamera wird weggepackt, die Stühle gerückt. Henrik Fibbe räumt die vier Kaffeetassen aus Steingut vom Tisch; es sind seine, er hat sie von zu Hause mitgebracht. Etwas Eigenes. Etwas, das er mag. Etwas, das jetzt hierher gehört.

„Wir haben die Weichen gestellt“, sagt Dr. Awwad beim Hinausgehen. „Jetzt kann es weitergehen – mit allem, was bleibt, und allem, was möglich wird.“

2026-06-26T13:23:05+02:0026.09.2025|Allgemein, News|
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