Arbeiten im Homeoffice

Das Coronavirus nimmt großen Einfluss auf unsere persönliche Situation – sowohl beruflich als auch privat. Die empfohlene Reduzierung von Kontakten, durch z.B. die Arbeit im Homeoffice, soll die Verbreitung des Virus verlangsamen. In vielen Unternehmen wird diese Maßnahme bereits umgesetzt. Technische Rahmenbedingungen wie Videokonferenzen oder mobile Arbeitsplätze machen es möglich.

Doch auch das Homeoffice bringt gesundheitliche Gefahren mit sich, denn das Arbeiten per Laptop vom Küchentisch ist unter Umständen alles andere als gut für unseren Körper.  Jedoch gelten für den Homeoffice-Arbeitsplatz die gleichen Grundsätze wie für einen klassischen Arbeitsplatz im Büro, denn der Körper unterscheidet nicht zwischen unterschiedlichen Arbeitsorten.

Was ist wichtig für ergonomisches Arbeiten im Homeoffice?
  1. Bewegung, denn „Sitzen ist das neue Rauchen“. Kaum ein Faktor belastet Bildschirmarbeiter so stark wie eine krumme und monotone Sitzhaltung! Daher ist ein ergonomischer Bürostuhl ausgesprochen wichtig. Ein solcher Stuhl zeichnet sich dadurch aus, dass er sich individuell einstellen lässt und somit die optimale Anpassung für jeden Beschäftigten bietet. Beispielhafte Anpassungsmöglichkeiten sollten sein: Verstellbare Sitzhöhe, verstellbare Rückenlehne, Lordosenstütze, Sitzneigeverstellung, einstellbare Armlehnen und Rückstellfederkraft. Achtung: Auch ein perfekter Stuhl ersetzt keine regelmäßige Bewegung!
  2. Ein passender Schreibtisch mit ausreichender Arbeitsfläche und genug Bewegungsfreiheit für die Beine. Im besten Fall ist der Schreibtisch höhenverstellbar. Somit kann die optimale Arbeitshöhe angepasst werden und man kann zusätzlich im Stehen arbeiten. Es hilft Telefonate im Stehen oder Gehen zu führen.
  3. Tastatur und Maus – auch am Laptop. Von längerem Arbeiten am Laptop mit kleiner Tastatur und Touchpad wird abgeraten, um Rücken- und Augenbeschwerden vorzubeugen.
  4. Helligkeit, denn unzureichende Arbeitsplatzbeleuchtung schadet unseren Augen und führt unbewusst zu Verkrampfungen und Kopfschmerzen.
  5. Abwechslung und Bewegung. Das Ziel: 60% (dynamisches) Sitzen, 30% Stehen, 10% aktive Bewegung. Das Homeoffice bietet dazu die fast einmalige Gelegenheit die Pause mit Dehn- und Kräftigungsübungen zu nutzen.
  6. Der Arbeitsraum sollte regelmäßig gelüftet werden und eine angenehme Temperatur aufweisen. Was subjektiv als angenehm empfunden wird kann zuhause natürlich am besten umgesetzt werden.
  7. Unnötige Ablenkungen reduzieren. Wer kann, richtet sich seinen Heimarbeitsplatz in einem eigenen Raum ein, um Störungen zu vermeiden und konzentriert bleiben zu können.

 

Tipps zur ergonomischen Einrichtung des Arbeitsplatzes
  • Einnehmen einer natürlichen Kopf- und Körperposition.
  • Bildschirm, Tastatur und Schulterachse sollte in etwa parallel ausgerichtet sein.
  • Der ideale Abstand zum Bildschirm ist subjektiv, jedoch werden leicht über 50 cm Abstand empfohlen.
  • Die optimale Sehachse entsteht durch eine leichte Kopfneigung nach vorne und leicht nach unten gerichtetem Blick.
Ernährung im Homeoffice

Auch die Ernährung bei der Arbeit im Homeoffice sollte gut auf den vielleicht ungewohnten Alltag eingestellt sein. Es empfiehlt sich beispielsweise schon einen Tag früher zu planen, was es zu essen gibt. So kann ein Impuls-Essen vermieden und die Ernährung gesünder gestaltet werden – für mehr Energie, Konzentration und ein stärkeres Immunsystem.

Es wird daher empfohlen, sehr viel Gemüse und Obst zu essen (ca. 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst pro Tag). Stark verarbeitete Lebensmittel sollten vermieden werden. Aufgrund der eingeschränkten körperlichen Beanspruchung sollte außerdem der Kohlenhydratanteil reduziert werden oder ein tägliches Work-Out Bestandteil des Tagesablaufs werden.

Pausen für Mahlzeiten sollten fest eingeplant werden. Dies kommt bei Arbeit im Homeoffice häufig zu kurz. Auch sollten Heimarbeiter/-innen in Ruhe (und möglichst nicht am Arbeitsplatz) frühstücken, um einen geregelten Einstieg in den Tag zu haben.

 

Psychische Belastung im Homeoffice

Die Arbeit im Homeoffice bringt mit Sicherheit viele Vorteile für Arbeitnehmer und -geber, allerdings kann die damit einhergehende Flexibilisierung und Auflösung von starren Arbeitszeiten auch Probleme mit sich bringen.

In einer Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WidO) und des AOK-Bundesverbands wurden die Belastungen durch Heimarbeit untersucht.

Die Ergebnisse besagen, dass durch die Arbeit von zu Hause die allgemeine Arbeitszufriedenheit ansteigt und sich 75 Prozent der Befragten besser konzentrieren können. Allerdings gibt es auch negativen Auffälligkeiten. Ebenfalls 75 Prozent der Befragten sagen, dass sie nach der Arbeit überdurchschnittlich erschöpft sind und 65 Prozent berichten von vermehrter Wut, Verärgerung, Nervosität, Reizbarkeit und Lustlosigkeit. Auch Schlafstörungen und Selbstzweifel sind unter Heimarbeitern weit verbreitet.

Als Auslöser dafür können unter anderem die ständige Erreichbarkeit und die Auflösung der starren Arbeitszeiten identifiziert werden. Auch private Abläufe werden in vielen Fällen stark von beruflichen Verpflichtungen beeinflusst.

In solchen Fällen stellt Kommunikation das effektivste Lösungsmittel dar. Gespräche mit Kollegen oder Vorgesetzten können dabei helfen, Probleme bei der Arbeit im Homeoffice zu lösen. Auch Selbstreflektion und Achtsamkeit unterstützen dabei, mit der Arbeit im Homeoffice besser umzugehen.

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Bildmaterial:
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Quelle:
Badura, B., Ducki, A., Schröder, H., Klose, J. Meyer, M. (Hrsg) (2019):
Fehlzeiten- Report 2019: Digitalisierung – gesundes Arbeiten ermöglichen. Heidelberg

2020-04-03T09:52:33+02:0001.04.2020|Allgemein|