Der Risikofaktor Lifestyle

Betriebliches Gesundheitsmanagement - Risikofaktor LifestyleKeine Staublungen und Lärmschwerhörigkeiten, dafür Depressionen, Rückenschmerzen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wo in Dortmund früher Kohle und Stahl im Mittelpunkt standen agieren heute moderne Technologie- und Dienstleistungsunternehmen. Unser Berufsleben ist sicherer geworden – zumindest auf den ersten Blick.

Der größte Anteil der Krankheitslast in Deutschland wird verursacht durch ernährungsbedingte Risikofaktoren, einen hohen Body-Mass-Index (BMI), Bluthochdruck, Rauchen und Bewegungsmangel. Aspekte also, die sich sowohl auf das Berufs- wie auf das Privatleben beziehen. Denn der Körper unterscheidet bisher noch nicht, ob ich meine Currywurst in der Mittagspause am Arbeitsplatz oder am Wochenende zuhause esse. Doch gerade an diesen Stellschrauben können wir verhältnismäßig einfach drehen. Deshalb sollten Lebensstilfaktoren eine zentrale Rolle in einem wirksamen und nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) spielen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement richtig gestalten

Maßnahmen im Rahmen eines BGM gibt es schier unendlich und viele davon sind einfach und schnell umgesetzt. Ein Obstkorb, eine bewegte Pause und eine spärliche Salatbar in der Kantine – fertig ist das neue Gesundheitsmanagement im Unternehmen. Wer bereits Erfahrungen in diesem Bereich gemacht hat konnte feststellen: Nur diejenige, die vorher schon am Thema interessiert waren machen von den Möglichkeiten Gebrauch. Es erscheinen oft nur diejenigen zu einem betrieblichen Lauftreff, die sowieso schon passionierte Läufer sind. Natürlich ist es immer gut, wenn Angebote auf positive Reaktionen stoßen. Der Vorteil für das Unternehmen ist jedoch mindestens zu hinterfragen, wenn nur der Triathlet, die Marathonläuferin und der Langstreckenschwimmer am Sportprogramm teilnehmen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Ein gutes Betriebliches Gesundheitsmanagement benötigt deshalb mehr als nur punktuelle Maßnahmen. Es ist vielmehr ein ganzheitlicher koordinierter Prozess mit Angeboten aus den Bereichen Ernährung, Bewegung und Medizin, die auf die individuellen Risikoprofile der Mitarbeiter zugeschnitten sind. So verbildlichen beispielsweise Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagader ein ansonsten unsichtbares Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Der Dank über diese Information gilt dem Chef, denn die kassenärztliche Versorgung sieht präventive Arztbesuche nur geringfügig vor. Auch der Umfang betrieblicher Check-Up-Untersuchungen geht meist weit über den Leistungskatalog gesetzlicher Krankenkassen hinaus.

Wer sein individuelles Risikoprofil kennt nimmt gerne an Bewegungsangeboten teil. Wer weiß, warum er öfter zu Salat und Gemüse greifen sollte entscheidet sich häufiger für die gesunde Alternative. Wer merkt, dass das Drehen an den persönlichen Stellschrauben einfacher ist als gedacht, wird auch Andere davon überzeugen, dies ebenfalls zu tun. Die kleine Salatbar in der Kantine wird gefragter denn je. Die Laufgruppen werden größer und größer.

BGM bietet vielseitige Vorteile

Gerade in der heutigen Zeit ist ein Betriebliches Gesundheitsmanagement ein dringend benötigter Ausgleichsfaktor zu Arbeitsverdichtung und -beschleunigung, denn in Verbindung mit dem demographischen Wandel muss auch ein Gegenpol zur immer stärkeren psychischen Belastung durch dynamischere Arbeitsprozesse geschaffen werden.

Betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich für Unternehmen auch finanziell. Der Return on Invest (ROI) liegt zwischen 1:2 und 1:6, unabhängig von Größe oder Branche. Mitarbeitern ihr gesundheitliches Gefahrenpotenzial aufzuzeigen und gleichzeitig geeignete Maßnahmen anzubieten generiert einen echten Mehrwehrt für alle Parteien. Langfristig und nachhaltig.

Hier finden Sie unseren Artikel in dem Magazin „Ruhr Wirtschaft“ zu diesem Thema.

2020-06-16T15:50:30+02:0016.06.2020|Allgemein|