FAQ zum Thema Coronavirus

Die Zahl der mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2) infizierten Personen steigt in Deutschland stetig an und unser Alltag wird stark beeinflusst. Daher möchten wir Ihnen die wichtigsten Fragen rund um das Thema Coronavirus beantworten.
Sollten dennoch Rückfragen bestehen können Sie sich natürlich jeder Zeit gerne an uns wenden.

Allgemeine und medizinische Fragen

In Deutschland ist das Robert-Koch-Institut für die Dokumentation der Fallzahlen zuständig. Diese werden täglich aktualisiert.
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Fallzahlen.html?nn=13490888

Zusätzlich hat die Johns-Hopkins-University eine Karte erstellt, auf der die aktuellen Erkrankungen, Todesfälle und Genesungen abgebildet werden.
https://www.arcgis.com/apps/opsdashboard/index.html#/bda7594740fd40299423467b48e9ecf6

Auch die WHO stellt die aktuelle Situation in einer Karte dar.
https://experience.arcgis.com/experience/685d0ace521648f8a5beeeee1b9125cd

Bei den unterschiedlichen Portalen kann es Abweichungen bezüglich der Meldungen geben. Dies ist damit zu erklären, dass elektronische Meldungen nicht überall in gleicher Geschwindelt bearbeitet werden können bzw. die Aktualisierungen in unterschiedlichen Abständen erfolgen.

Der Hauptübertragungsweg ist die sogenannte Tröpfcheninfektion, sprich vor allem durch Niesen und Husten. Daher ist es ratsam ausreichenden Abstand zu anderen Personen zu halten und auf die Nies- und Hustenetikette zu achten.

Einen weiteren Übertragungsweg stellt die Schmierinfektion dar. In diesem Fall wird die Infektion von Hand zu Hand übertragen. Befinden sich Viren an der entsprechenden Hand und das Gesicht wird mit dieser berührt, kann eine Übertragung, die zur Erkrankung führt, stattfinden.

Übertragungen über Oberflächen, die kurz zuvor mit Viren kontaminiert wurden, sind ebenfalls theoretisch durch Schmierinfektionen denkbar. Dies erfolgt über infektiöse Sekrete, die sich an den Oberflächen und Händen befinden können. Daher sind eine gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände eine wichtige Präventivmaßnahme.

Laut WHO ist noch unklar, wie lange das Virus auf Oberflächen überleben kann. Es wird von wenigen Stunden bis hin zu maximal mehreren Tagen ausgegangen. Allerdings ist bisher keine Übertragung über unbelebte Oberflächen (wie bspw. Bargeld) dokumentiert.  Das Risiko einer Infektion bei Kontakt zu einer Paketsendung wird aktuell als sehr gering eingestuft.

Das Robert-Koch-Institut hat die Isolation von erkrankten Personen, die Einhaltung der physischen Distanz von mindestens 1,5 Metern, die Hustenregeln und die Händehygiene als zentrale Schutzmaßnahmen definiert.

Zudem empfiehlt die Bundesregierung und das RKI das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen oder Masken im öffentlichen Raum. In allen Bundesländern existiert daher eine Maskenpflicht oder diese wird aktuell geplant. In NRW tritt diese Maskenpflicht ab dem 27.04.2020 in Kraft.
Die Empfehlung des RKI bezüglich Mund-Nasen-Bedeckungen und Masken können Sie hier nachlesen.

Wichtige Hygienetipps finden Sie mehrsprachig auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html

Um Infektionsketten zu durchbrechen und die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen bzw. zu verlangsamen empfehlen alle Experten die sozialen Kontakte drastisch zu reduzieren. Die Öffentlichkeit sollte in der aktuellen Lage, wenn möglich, gemieden werden. Wenn die Option besteht, sollte die Arbeit im Home-Office stattfinden.

Typische Symptome sind nach bisherigem Stand Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, Fieber, Husten – vor allem trockener Husten -, Atemnot, Gliederschmerzen und Erschöpfung. In schweren Fällen kann es zu einer Lungenentzündung kommen.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit maximal 14 Tage beträgt.

Wichtig ist , dass die Erkankung in der deutlichen Mehrheit der Fälle mit gar keinen bzw. nur sehr leichten Symptomen beginnt. Allerdings sind erkrankte Personen auch schon in dieser Phase infektiös und können andere Menschen anstecken.

Für Laien ist es unmöglich, die durch den Virus ausgelöste Krankheit Covid-19 von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden. Daher sollte bei jeglichen Symptomen, die bei einer Erkältung, Grippe oder Covid-19 auftreten ein Hausarzt kontaktiert werden. Vor einem persönlichen Besuch in einer Praxis sollte unbedingt telefonisch Kontakt aufgenommen werden.

Es wird als sehr sinnvoll erachtet sich bis zur Klärung der Symptomursache freiwillig in Quarantäne zu begeben und alle sozialen Kontakte zu reduzieren.

Sollten Sie Symptome aufweisen und zusätzlich Kontakt mit einer infizierten Person gehabt haben und/oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, muss unverzüglich Kontakt zu dem örtlichen Gesundheitsamt aufgenommen werden (https://tools.rki.de/PLZTool/).

Wer bei sich die aktuell festgelegten Symptome feststellt, sollte unverzüglich den Hausarzt kontaktieren – allerdings nicht persönlich in die Praxis gehen.
Der Arzt klärt ab, ob eine Testung angebracht ist. Zusätzlich kann bzw. sollte das örtliche Gesundheitsamt hinzugezogen werden. Die örtlichen Gesundheitsämter bieten in der Regel eine Hotline an, bei der man sich informieren kann, falls ein begründeter Infektionsverdacht vorliegt.

Die Kontaktdaten zu ihrem örtlichen Gesundheitsamt können sie unter folgender Adresse ermitteln:
https://tools.rki.de/PLZTool/

Da es sich bei der Nachverfolgung und Klassifizierung von Kontaktpersonen um ein relativ komplexes Thema handelt, haben wir ein separates Dokument erstellt, in welchem alles erklärt wird.

Die darin enthaltenen Informationen stammen von Gesundheitsämtern und dem Robert-Koch-Institut.

Download Infomaterial Kontakpersonennachverfolgung SARS-CoV-2

Das RKI empfiehlt, mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen zu halten. In Bahnen, Bussen und Flugzeigen ist dies nicht immer möglich, weshalb definitiv eine Ansteckungsgefahr besteht. Daher gilt in allen Bundesländern eine Maskenpflicht für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. In NRW tritt die Maskenpflicht am 27.04.2020 in Kraft.

Die Deutsche Bahn sperrt den betroffenen Bereich in einem Zug, für den Fall, dass bei einem Reisenden ein Verdacht auf eine Infektion besteht. Alle Fahrgäste müssen anschließend ihre Daten hinterlegen, damit sie im Bedarfsfall kontaktiert und informiert werden können.

In Flugzeugen sind meist sogenannte High Efficiency Particulate Air-Filter (HEPA-Filter) verbaut, welche Viren aus der Luft filtern. Allerdings besteht weiterhin die Möglichkeit sich am Flughafen zu infizieren.

Es ist unwahrscheinlich, dass man sich über Lebensmittel mit dem Virus ansteckt.
Dennoch sollten „die Hygieneregeln bei der Zubereitung von Lebensmitteln“ beachtet werden, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Da die Viren hitzeempfindlich sind, könne das Infektionsrisiko durch Kochen weiter verringert werden.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich das Coronavirus über trockene Oberflächen überträgt. Importierte Waren, zum Beispiel Rohstoffe, Elektronik oder auch Lebensmittel aus Asien, gelten als sehr unwahrscheinliche Infektionsquellen.

Laut RKI müssen chemische Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“ (wirksam gegen behüllte Viren), „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ deklariert sein.

Bisher nicht. Laut der WHO wird aktuell intensiv an der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten gearbeitet. Bis allerdings ein einsatzfähiger Impfstoff zur Verfügung steht, dauert es nach der Einschätzung des Virologen Christian Drosten (Charité Berlin) bis Sommer 2021.

Die aktuelle Behandlung bei Covid-19-Erkrankten beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen, welche die Symptome und bakterielle Begleitinfektionen behandeln.

Nein, es handelt sich jeweils um zwei unterschiedliche Erreger.
Generell rät die WHO zu einer Grippeschutzimpfung. Der Grund: Sich eine echte Grippe einzufangen, kann derzeit leicht passieren, der Höhepunkt der Grippewelle ist gerade erst überschritten. Kommt eine – eigentlich leicht verlaufende – Corona-Infektion hinzu, kann daraus schnell eine lebensbedrohliche Situation entstehen.

Auch eine Pneumokokken-Impfung könnte für besonders gefährdete Menschen noch sinnvoll sein, da bei einer Covid-19-Infektion der Krankheitsverlauf einer zusätzlichen Pneumokokkeninfektion deutlich verschlimmert werden kann.

Nach allem was bis heut bekannt ist, ist davon auszugehen, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 eine normale Antikörperantwort mit neutralisierenden Antikörper und einer vernünftigen Immunität hinterlässt. Die deutliche Mehrheit der Virologen und aktuelle Studien unterstützen diese Annahme. Allerdings ist bisher nicht geklärt, wie lange eine erworbene Immunität anhält.

Ob eine Person bereits immun ist, lässt sich mithilfe von Antikörpertests nachweisen. Hier finden Sie unseren Infolfyer zu diesem Thema.

Wenn Sie Interesse an einer solchen Testung für sich selbst oder ihr Unternehmen haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Insbesondere ältere Personen (ab etwa 50-60 Jahren) sind für Viruserkrankungen gefährdet, so das Robert-Koch-Institut.

Die in Deutschland registrierten Sterbefälle zeigen, dass auch die Gefahr ernsthafter Folgen einer Infektion durch hohes Alter, Rauchen und Vorerkrankungen steigt.

Relevante Vorerkrankungen sind insbesondere Erkrankungen des Herzens und der Lunge, chronische Lebererkrankungen, Diabetes mellitus, Krebserkrankungen und ein geschwächtes Immunsystem durch bspw. Medikamente.

Bisher analysierte Krankheitsverläufe deuten an, dass Männer und Frauen ungefähr gleichermaßen gefährdet sind. Tödliche Verläufe bei Kindern sind in Deutschland bisher nicht bekannt. Auch für Schwangere ist der Krankheitsverlauf offenbar eher unproblematisch.

Das RKI sagt, dass Viruserkrankungen der Atemwege (wie Covid-19) ins besondere für ältere Menschen gefährlich sind. Daher hat das NRW-Gesundheitsministerium per Erlass die Empfehlung ausgesprochen Besuche in Pflegeheimen und Krankenhäusern einzuschränken.

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Katzen und Hunde infiziert wurden oder das Virus verbreiten könnten, das COVID-19 verursacht.

Das Homeoffice bringt gesundheitliche Herausforderungen mit sich, denn das Arbeiten per Laptop vom Küchentisch ist unter Umständen alles andere als gut für unseren Körper.  Jedoch gelten für den Homeoffice-Arbeitsplatz die gleichen Grundsätze wie für einen klassischen Arbeitsplatz im Büro, denn der Körper unterscheidet nicht zwischen unterschiedlichen Arbeitsorten.

Wir haben für Sie n einem separaten Artikel die wichtigsten Dinge zusammengetragen.
Den Artikel finden sie hier.

Für NRW hat das Gesundheitsministerium unter 0211 – 91191001 eine Hotline freigeschaltet, über die Bürger von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr Fragen zum Coronavirus stellen können. Hier gibt es allerdings keine medizinische Beratung.

Für ärztliche Hilfe steht der Ärztliche Bereitschaftsdienst mit der landesweiten Hotline 116117 bereit.

Neueste Informationen rund um das Coronavirus stellt das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite bereit: www.rki.de/covid-19

Auch das Gesundheitsministerium informiert online zu neuen Entwicklungen und Maßnahmen: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

Die Kontaktdaten zu ihrem örtlichen Gesundheitsamt können sie unter folgender Adresse ermitteln:
https://tools.rki.de/PLZTool/

Für Unternehmen und Selbstständige aus der Region Dortmund stellt die Wirtschaftsförderung Dortmund spezielle Informationen bereit: https://www.wirtschaftsfoerderung-dortmund.de/corona-faq

Arbeitsrechtliche Fragen

Generell ist dies nicht möglich. Ein Arbeitnehmer steht in der Pflicht die vertraglich vereinbarte Arbeitsleistung zu erbringen. Allerdings kann der Arbeitgeber, nach eigener Entscheidung und auf Wunsch des Arbeitnehmers, den Arbeitnehmer ohne Bezahlung freistellen.

Im Falle einer konkreten Gefährdung kann der Arbeitsgeber aufgrund seiner Fürsorgepflicht dazu verpflichtet sein, Arbeitnehmer freizustellen oder Arbeit im Home-Office zu ermöglichen.

Ein Entschädigungsanspruch nach Infektionsschutzgesetzt besteht nicht, wenn man sich bspw. freiwillig in Quarantäne begibt.

Ja, dies ist grundsätzlich möglich. Allerdings muss der Arbeitgeber seiner Mitarbeiter in diesem Fall bezahlt freistellen. Ein Entschädigungsanspruch nach Infektionsschutzgesetzt besteht jedoch nicht, wenn sich der Arbeitnehmer bspw. freiwillig in Quarantäne begibt.

Auch Arbeit im Home-Office dürfen Arbeitgeber nicht einseitig anordnen, wenn keine entsprechende vertraglich Regelung existiert.

Nein, einer Anordnung, sich ärztlich untersuchen zu lassen, muss der Arbeitnehmer nicht nachkommen. Grundlage hierfür ist, dass der Arbeitgeber nicht in das grundrechtlich geschützte Persönlichkeitsrecht oder in das Recht auf körperliche Unversehrtheit eingreifen darf.

Ja, Anweisungen zu Schutzmaßnahmen dürfen erteilt werden. Als Schutzmaßnahme gilt bspw. das Tragen von Mundschutz oder eine regelmäßige Handdesinfektion.

Für Arbeitgeber im Gesundheitsweisen ist es verpflichtend, dass Hygienemaßnahmen durchgeführt werden und Mitarbeiter dieses beachten. Als Arbeitgeber in dieser Branche sollte man eine Betriebsanweisung durchführen oder eine Rundmail verfassen.

In diesem Fall gelten die üblichen Regelungen für einen Krankheitsfall. Ein erkrankter Arbeitnehmer hat Anspruch auf Lohnfortzahlung nach § 3 EFZG (für max. 6 Wochen). Der Arbeitgeber erhält u.U. einen Teil über die Krankenkasse (Umlageverfahren) erstattet. Gleiches gilt für Auszubildende (gem. § 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG).

Sollte der infizierte Arbeitnehmer allerdings nach § 31 Infektionsschutzgesetz (IfSG) ein berufliches Tätigkeitsverbot oder Quarantäne verordnet bekommen, besteht ein Entschädigungsanspruch für den Arbeitsgeber.

Der Arbeitgeber muss in diesem Fall seiner Fürsorgepflicht nachkommen und die übrigen Beschäftigten über die Infektion informieren. Die Verarbeitung von personenbezogenen Daten ist in diesem Fall rechtmäßig.

Zusätzlich muss abgewogen werden, ob eine Weiterarbeit in dem Unternehmen möglich ist. Im schlimmsten Fall ist ein Unternehmen zu schließen bis die Gefahr vorüber ist. In einem solchen Fall sind alle Arbeitnehmer bezahlt freizustellen. Die entfallene Arbeitszeit ist nicht nachzuarbeiten.

Durch dieses Vorgehen entsteht eine außerordentlich hohe Belastung für den Arbeitgeber. Um diese Belastung zu reduzieren könnte bei den Arbeitnehmern erfragt werden, ob diese bereit sind Urlaubstage zu nehmen oder Überstunden abzubauen.

Sofern im Unternehmen eine Regelung zu Arbeit im Home-Office existiert und die Tätigkeit eine solche zulassen, sollte dies wahrgenommen werden.

Hier muss je nach Einzelfall unterschieden werden.

Sollte das Kind eines gesunden Mitarbeiters erkrank und betreuungsbedürftig sein, dann besteht bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern ein Entgeltfortzahlungsanspruch, sollte § 616 BGB im Arbeitsvertrag nicht ausgeschlossen sein. Für den Fall, dass diese Regelung ausgeschlossen ist, erhält der Arbeitnehmer Krankengeld.

Sollte durch die Erkrankung eines Angehörigen eine Maßnahme des Gesundheitsamtes angeordnet werden (Quarantäne oder Tätigkeitsverbot), besteht bei Vorliegen der Voraussetzungen ein Entschädigungsanspruch des Arbeitsnehmers.

Ist ein Arbeitnehmer von einer Quarantäne oder einem Tätigkeitsverbot betroffen, kann er einen Entgeltanspruch gegen seinen Arbeitgeber haben. In diesem Fall wäre der Arbeitgeber trotz Entfall der Arbeitsleistung zu einer Entgeltfortzahlung verpflichtet. Die Dauer der Entgeltfortzahlung hängt von den Umständen des Einzelfalls ab.

Im Rahmen einer Entschädigung nach Infektionsschutzgesetzt tritt der Arbeitgeber in Vorleistung für den Staat, so dass der Lohn wie üblich abgerechnet wird. Für die ersten sechs Wochen wir die Entschädigung in Höhe des Verdienstes gezahlt, ab der siebten Woche in Höhe des Krankengeldes. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettogehalts.

Die zuständige Behörde hat auf Antrag dem Arbeitgeber einen Vorschuss in der voraussichtlichen Höhe des Erstattungsanspruches zu gewähren.

Der Antrag auf Entschädigung ist innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder am Ende der Quarantäne zu stellen. Verspätete Anträge können abgelehnt werden.

Grundsätzlich ist es entscheidend, um welche Art von Betrieb es sich handelt. Im Allgemeinen trägt jedoch der Arbeitgeber das Betriebsrisiko und muss die Vergütung weiterzahlen. Entfallene Arbeitszeit muss nicht nachgearbeitet werden.

In Unternehmen, bei denen notwendigerweise ein breiter Personenkontakt besteht, liegt schlussfolgernd auch die Eigenart vor, dass Kontakt zu Menschen mit infektiösen Erkrankungen besteht. So könnten sich Arbeitgeber möglicherweise infizieren. Auf Grundlage dessen können durch das Gesundheitsamt Betriebsschließungen ausgesprochen werden.
Es spricht viele dafür, dass die Eigenart dieser Betriebe als das Betriebsrisiko des Arbeitgebers anzusehen ist, so dass der Arbeitgeber den Vergütungsanspruch der Arbeitnehmer weitertragen muss.

Ähnliche Regelungen dürften auch für Krankenhäuser, Arztpraxen etc. gelten.

Ob dennoch ein Entschädigungsanspruch gegenüber der Regierungsbehörde besteht ist im Einzelfall zu prüfen. Vorsorglich sollten die Entschädigungsansprüche nach § 56 IfSG geltend gemacht werden.

Auch Selbstständige bekommen eine Entschädigungszahlung, sofern und soweit ein Verdienstausfall gegeben ist. Dieser kann ausgeschlossen sein, wenn der Selbständige eine Verdienstausfall-Versicherung unterhält und diese den einschlägigen Fall abdeckt. Die Entschädigungszahlung beträgt ein Zwölftel des Arbeitseinkommens des letzten Jahres vor der Quarantäne.

Selbständige, deren Betrieb oder Praxis während der Dauer einer Maßnahme (Quarantäne oder Tätigkeitsverbot) ruht, erhalten neben der Entschädigung als Härtefallausgleich auf Antrag von der zuständigen Behörde Ersatz, der in dieser Zeit weiterlaufenden nicht gedeckten Betriebsausgaben in angemessenem Umfang.

Die zuständige Behörde hat auf Antrag dem Selbständigen einen Vorschuss in der voraussichtlichen Höhe der Entschädigung zu gewähren.

Die Entschädigungsansprüche nach § 56 IfSG sollten bei behördlich angeordneter Quarantäne oder Tätigkeitsverboten aber in jedem Fall (vorsorglich) geltend gemacht werden.

Der Antrag auf Entschädigung ist innerhalb einer Frist von 3 Monaten nach Einstellung der verbotenen Tätigkeit oder am Ende der Quarantäne zu stellen. Verspätete Anträge können abgelehnt werden.

Grundsätzlich sind Arbeitgeber nur unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt Kurzarbeit anzuordnen.

Sofern eine arbeitsvertragliche oder tarifvertragliche Regelung bzw. Berechtigung zur Anordnung von Kurzarbeit nicht vorgesehen ist, kann Kurzarbeit durch den Arbeitgeber nicht einseitig angeordnet werden, sondern nur im Einvernehmen mit dem Arbeitnehmer.

Kurzarbeitergeld gibt es nicht in Fällen, in denen ein Unternehmen Mitarbeiter als reine Vorsichtsmaßnahme freistellt, also aus freier Entscheidung, sondern nur bei Vorliegen von Umständen, die das Unternehmen selbst nicht beeinflussen kann. Ob die Voraussetzungen für Kurzarbeit vorliegen wird auf Antrag bei der zuständigen Agentur für Arbeit geprüft.

Sofern sich Betriebe mit ihren Mitarbeitern einvernehmlich auf Kurzarbeit verständigen, bzw. diese aufgrund arbeitsvertraglicher oder tariflicher Regelungen angeordnete wurde, gilt es diesbezüglich einige Dinge zu beachten.

Zusätzlich will die Regierung als Reaktion auf die „Corona-Krise“ die Hürden zur Einführung von Kurzarbeit und Beantragung von Kurzarbeitergeld – zumindest befristet bis Ende 2021 – deutlich vereinfachen.

Alle weiteren Informationen bezüglich Kurzarbeit in Verbindung mit dem Coronavirus finden Sie hier: https://www.arbeitsagentur.de/news/kurzarbeit-wegen-corona-virus

Nein, sofern keine Erkrankung des Kindes oder eines Elternteils vorliegt, darf keine Krankschreibung ausgestellt werden.

Quellen: RKI, WHO, WDR, Landesregierung Nordrhein-Westfalen

2020-06-24T12:11:49+02:0023.06.2020|Coronavirus, Top Coronainfo|